Eine minimalistische Illustration zeigt eine Hand, die einen agilen Zyklus zeichnet, während eine rennende Person mit Dokumenten den Kreislauf durchläuft, was die iterative Natur des OKR Zyklus verdeutlicht.

OKR Zyklus – Tipps für die Praxis als Solo-Gründer

Neben den eigentlichen Objectives & Key Results ist der sogenannte OKR Zyklus mittlerweile fester Bestandteil der OKR-Methode. In diesem Artikel erfährst Du, warum es sinnvoll ist, den OKR Zyklus zu durchlaufen, und natürlich auch, welche Workshops und Events er beinhaltet.

Außerdem gebe ich Dir hilfreiche Tipps mit auf den Weg, wie Du den OKR Zyklus auch als Solo-Gründer alleine erfolgreich umsetzen kannst, obwohl Du Deine OKR nicht (wie sonst üblich) gemeinsam mit einem Team umsetzt.

Sinn & Zweck des OKR Zyklus

Ursprünglich waren Objectives & Key Results (OKR) lediglich eine „besondere Art“, Ziele zu formulieren. Durch den Aufstieg agiler Methoden (insbesondere Scrum) wurde die OKR-Methode jedoch um einen iterativen Ablauf erweitert: dem OKR Zyklus. Dieser Zyklus unterstützt Dich durch eine klare Abfolge von Events und einen festen Rhythmus bei der Planung und Umsetzung Deiner OKR.

Darüber hinaus hilft Dir der OKR Zyklus auch dabei, kontinuierlich hinzuzulernen und Deine Umsetzung von OKR von Quartal zu Quartal immer weiter zu verbessern.

Der OKR Zyklus im Überblick

Der OKR Zyklus ist im Grunde vollkommen identisch mit dem bekannten Scrum-Sprint. Lediglich das Daily Scrum wurde zum OKR Check-in bzw. das Weekly (oder Bi-Weekly) geändert. Das geschah vor allem deshalb, weil der OKR Zyklus in der Regel 3 Monate umfasst und ein Sprint in Scrum maximal 1 Monat lang ist.

Der OKR Zyklus besteht aus:

  1. OKR Planning
  2. OKR Check-in (Weekly oder Bi-Weekly)
  3. OKR Review
  4. OKR Retrospektive

Die Abfolge der OKR Events bleibt dabei immer gleich und wird nicht verändert.

OKR Planning

Jeder OKR Zyklus beginnt mit dem OKR Planning, in dem Deine Objectives & Key Results entstehen. Hier geht es darum, Dir ambitionierte (aber erreichbare) Ziele zu setzen, die Deinem Business einen echten Fortschritt ermöglichen.

Außerdem kannst Du konkrete Maßnahmen (in Form von OKR Initiativen) planen, mit deren Hilfe Du Dein Objective erreichen willst.

OKR Check-in (Weekly oder Biweekly)

Die OKR Check-ins (wöchentlich oder zweiwöchentlich) sorgen dafür, dass Du kontinuierlich am Ball bleibst. Du überprüfst Deinen Fortschritt, erkennst frühzeitig Hindernisse und passt – falls nötig – Deine Prioritäten an. Kurze, regelmäßige Updates halten Dich fokussiert und verhindern, dass Deine Ziele im Alltag untergehen.

OKR Review

Am Ende des OKR Zyklus findet zunächst die OKR Review statt. Hier bewertest Du, inwieweit Du Deine Ziele erreicht hast. Du analysierst, welche Key Results erfüllt wurden, was besonders gut funktioniert hat und wo es Herausforderungen gab. Das Review ist Deine Chance, messbare Erfolge zu feiern – oder aus Rückschlägen zu lernen.

OKR Retrospektive

Eine beschriftete Tafel mit dem Wort Retrospective und einem angehefteten Haftnotizzettel steht für die Bedeutung einer strukturierten Rückschau innerhalb des OKR Zyklus.
Führe in jedem OKR Zyklus eine Retrospektive durch.

Nach der OKR Review geht es direkt weiter mit der OKR Retrospektive. Hier reflektierst Du nicht nur Deine Ergebnisse, sondern auch Deinen gesamten Arbeitsprozess. Was hat gut funktioniert? Was hat Dich gebremst? Welche Anpassungen helfen Dir, im nächsten OKR Zyklus noch effektiver zu arbeiten?

Die Retrospektive gibt Dir wertvolle Einblicke, um Dein System kontinuierlich zu verbessern.

Den OKR Zyklus alleine durchlaufen

Obwohl der OKR Zyklus in erster Line eine Hilfestellung für die gemeinsame Teamarbeit an Objectives ist, lohnt es sich für Dich, ihn auch alleine zu durchlaufen, um Deiner Arbeit mit OKR einen festen Rhythmus zu geben.

Allerdings musst Du dazu viele OKR Events ein wenig anders gestalten, weil Du eben kein Team hast.

Klare Routinen – Wie Du Dich selbst disziplinierst

Als erstes solltest Du den OKR Zyklus fest in Deinen Arbeitsalltag integrieren. Hierbei helfen Dir vor allem Serientermine, automatische Erinnerungen, schriftlich Notizen und Micro Habits.

Nutze Serientermine

Lege Dir feste Serientermine für Dein OKR Planning, Deine Review und die Retrospektive in Deinem (digitalen) Kalender an, die sich alle 3 Monate wiederholen. Hinzu kommt ein weiterer Serientermin für Deinen wöchentlichen (oder zweiwöchentlichen) Check-in, beispielsweise montags von 09:00 bis 09:15.

Falls Du gerade erst mit OKR beginnst, empfehle ich Dir, einen wöchentlichen Check-in am Anfang der Woche zu planen. Denn es wird Dir mit Sicherheit passieren, den Check-in auch mal zu vergessen. Und dann sind beim nächsten Check-in bereits 4 Wochen (!) vergangen, in denen Du wenig oder gar nicht an Deinen OKR gearbeitet hast. Außerdem hast Du die restliche (Arbeits-)Woche noch vor Dir, wenn Du Deine Aufgaben am Montag planst.

Lass Dich automatisch erinnern

Nutze die Möglichkeit, Dich automatisch an Deine Serientermine erinnern zu lassen. Am besten einige Tage vorher, damit Du noch ausreichend Zeit hast, Dich vorzubereiten.

Etabliere feste Strukturen

Sorge außerdem dafür, dass die Termine Deines OKR Zyklus immer gleich ablaufen, insbesondere Dein Check- in. Natürlich kannst, darfst und sollst Du die OKR Events verändern und anpassen, wenn sie für Dich nicht gut funktionieren. Aber Du solltest nicht jedes Mal „neu überlegen müssen“, wie Du Dein Planning gestaltest oder was Du im Weekly eigentlich machen möchtest.

Mache Dir schriftliche Notizen

Ein weißes Blatt mit einer Checkliste und abgehakten Kästchen steht für den OKR Check-in, der dabei hilft, Fortschritte zu dokumentieren und klare nächste Schritte festzulegen.
Schriftliche Notizen in den Check-ins helfen Dir dabei, konkrete Schritte für die nächsten Wochen festzuhalten.

Außerdem solltest Du in jedem OKR Event Deines Zyklus alles Wichtige schriftlich festhalten. Notizen helfen Dir ungemein, um am Ball zu bleiben, besser zu reflektieren und Deine OKR kontinuierlich zu verfolgen.

Darüber hinaus helfen Dir Deine Notizen aus den Check-ins zum Beispiel auch, wenn Du in der Retrospektive einen Blick auf das gesamte Quartal wirfst.

Unterstütze Dich mit Micro Habits

Neue Routinen einzuführen kann wirklich herausfordernd sein. Wenn Dir die obigen Tipps (noch) nicht wirklich geholfen haben, kannst Du überlegen, Deine Gewohnheiten durch Micro Habits zu fördern. Statt sofort große Veränderungen anzugehen, baust Du kleine, minimalistische Gewohnheiten in Deinen Alltag ein, die aber langfristig eine große Wirkung erzielen.

Micro Habits sind so klein, dass Du keine Willenskraft brauchst, um sie umzusetzen.

Statt „Ich mache jeden Montag eine einstündige OKR-Reflexion“ startest Du mit „Ich schreibe mir jeden Montag eine einzige Notiz zu meinem Fortschritt.“

  • Du beginnst mit wenigen Minuten Aufwand.
  • Durch kleine, tägliche Schritte wird die Gewohnheit zur Routine.
  • Erfolgserlebnisse summieren sich und führen zu größeren Veränderungen.
Praxis-Tipp: Verknüpfe Deinen OKR Check-in mit einer bereits bestehenden Gewohnheit: „Nach dem ersten Kaffee notiere ich kurz meinen Fortschritt.“

Das richtige Tool – Digitales OKR-Tracking für Solopreneure

Natürlich kannst Du OKR auch einfach „mit einem Zettel und Stift“ umsetzen. Allerdings bieten Dir OKR Tools eine Menge Vorteile, um die oben erwähnten Punkte (noch) besser umzusetzen, sodass ich Dir den Einsatz einer für Dich passenden OKR-Software nur wärmstens ans Herz legen kann.

Die allermeisten OKR Tools wie zum Beispiel Mooncamp, Workpath oder Click-up sind allerdings für den Einsatz in kleinen und großen Unternehmen gedacht. Sie eignen sich deshalb besonders für die Arbeit im Team, die Organisation mehrerer Abteilungen und verschiedener Hierarchieebenen. Für Unternehmen ist das natürlich sehr sinnvoll – für Dich als Sologründer jedoch vollkommen überdimensioniert.

Allerdings gibt es eine erwähnenswerte Ausnahme, die Du auch für Dich als Solo-Gründer sehr gut funktioniert und auch noch kostenlos ist!

Perdoo

Perdoo glänzt durch Übersichtlichkeit, Einfachheit und Struktur. Gut gelungen sind vor allem die automatischen Erinnerungen für Deinen Check-in und die große Flexibilität, das Intervall je nach Zykluslänge anzupassen. So kannst Du Dich zum Beispiel monatlich an Deine Moals und wöchentlich an Deine OKR erinnern lassen.

Effektive Solo-Check-ins – Dein 10-Minuten-Plan

Der regelmäßige Check-in gehört meiner Ansicht nach zu den wichtigsten Elementen des OKR Zyklus. Denn er sorgt dafür, dass Du Deine Objectives während des Quartals nicht aus dem Blick verlierst. Damit er möglichst hilfreich für Dich ist, solltest Du Dir jedes Mal einige Fragen stellen (und beantworten) und nicht nur schnell Deine Key Results aktualisieren. (Was natürlich auch dazu gehört.)

Für meinen eigenen Check-in nutze ich zum Beispiel die drei Fragen:

  1. Woran hast Du gearbeitet?
  2. Woran wirst Du als nächstes arbeiten?
  3. Gibt es irgendwelche Herausforderungen, Blocker oder Beobachtungen?

Die Antworten darauf notiere ich alle zwei Wochen in meinem Check-in und dokumentiere dabei für mich selbst, wie gut ich mit meinen OKR vorankomme. Natürlich steht es Dir frei, andere Fragen für Deinen Check-in zu nutzen und damit zu experimentieren. Aber falls Du noch keine Idee hast, wie Du Deinen Check-in gestaltest, kannst Du auch zunächst mit diesen drei Fragen beginnen und schauen, wie gut sie für Dich funktionieren.

Wichtig ist vor allem, dass Du in jedem Check-in konkrete nächste Schritte für die nächsten ein bzw. zwei Wochen festhältst, an denen Du arbeiten willst.

Mache eine Solo-Retrospektive

Auch wenn die OKR Retrospektive eigentlich ein „Teamsport“ ist, solltest Du Dir zum Ende Deines OKR Zyklus die Zeit nehmen, das zurückliegende Quartal zu reflektieren. Im Grunde geht es hier um ähnliche Fragen wie beim Check-in:

  • Was ist gut gelaufen?
  • Was ist schlecht gelaufen?
  • Was kannst Du im nächsten OKR Zyklus besser machen?

Nimm Dir also zum Ende des Quartals 2 bis 3 Stunden Zeit und arbeite daran, die Umsetzung des OKR Frameworks kontinuierlich zu verbessern. Nimm Dir dabei auch nicht zu große Veränderungen vor: Manchmal reichen schon 15-Prozent-Ziele für den nächsten Schritt.

Umgang mit Fehlschlägen

Damit Retrospektiven wirklich funktionieren, ist es wichtig, dass Du einen guten Umgang mit Fehlern erlernst und ein Growth Mindset entwickelst. Der OKR Zyklus soll Dir also nicht nur helfen, Deine Ziele zu erreichen, sondern kontinuierlich besser zu werden.

Ein kunstvoll gestalteter Baum, dessen Krone in Form eines Gehirns dargestellt ist, symbolisiert das Growth Mindset und die kontinuierliche Entwicklung durch den OKR Zyklus, der einen positiven Umgang mit Fehlern fördert.
Der OKR Zyklus sorgt für ein Growth Mindset und einen guten Umgang mit Fehlern.

Den OKR Zyklus mit einer Mastermind-Gruppe durchlaufen

Zugegebenermaßen kann es ganz schön schwer sein, den OKR Zyklus ganz alleine umzusetzen. Aber auch wenn Du als Sologründer Deine Ziele alleine verfolgst, bedeutet das ja nicht, dass Du Dich dabei nicht von anderen unterstützen lassen kannst.

Zum Beispiel kannst Du Dich einer Mastermind-Gruppe anschließen (oder selbst eine gründen). Auf diese Weise könnt Ihr zusammen einen regelmäßigen Check-in oder sogar eine gemeinsame Retrospektive durchführen, um Euch gegenseitig zu motivieren, Feedback zu geben und zu unterstützen. Selbst dann, wenn jeder von Euch seine eigenen OKR verfolgt.

Im Grunde funktioniert das Ganze dann so ähnlich wie bei der Working-Out-Loud-Methode von John Stepper:

  • Jeder von Euch verfolgt über einen Zeitraum von 3 Monaten sein eigenes Ziel bzw. OKR.
  • Ihr trefft Euch regelmäßig alle ein oder zwei Wochen zum gemeinsamen Check-in.
  • Ihr reflektiert in einer gemeinsamen Retrospektive, was jeder von Euch in seinem nächsten OKR Zyklus besser machen kann.

Fazit

Der OKR Zyklus ist weit mehr als nur eine Methode zur Zielsetzung – er hilft Dir, kontinuierlich an Deinen wichtigsten Prioritäten zu arbeiten und Dich von Quartal zu Quartal zu verbessern. Gerade als Solopreneur brauchst Du feste Routinen, klare Check-ins und ein System, das Dich regelmäßig an Deine Ziele erinnert.

Ob Du den Zyklus alleine mit Tools wie Perdoo durchführst oder Dich mit einer Mastermind-Gruppe vernetzt, liegt ganz bei Dir. Wichtig ist, dass Du dranbleibst, regelmäßig reflektierst und bereit bist, aus jedem Zyklus zu lernen.

Schau bei unseren Gruppen vorbei, wenn Du noch auf der Suche nach Verbündeten bist! Dort gibt es bereits existierende Mastermind-Gruppen, denen Du beitreten kannst. Falls Du schon Menschen für Deine Mastermind-Gruppe hast, aber noch auf der Suche nach einer geeigneten Plattform für Euren Austausch bist, kannst Du mir auch gerne eine Mail schreiben, um hier bei uns eine Gruppe zu gründen, die gemeinsam ihre OKR verfolgt.

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